„Unsere Kneipen und Großstadtstraßen, unsere Büros und möblierten Zimmer, unsere Bahnhöfe und Fabriken schienen uns hoffnungslos einzuschließen. Da kam der Film und hat diese Kerkerwelt mit dem Dynamit der Zehntelsekunden gesprengt, so daß wir nun zwischen ihren weitverstreuten Trümmern gelassen abenteuerliche Reisen unternehmen. Unter der Großaufnahme dehnt sich der Raum, unter der Zeitlupe die Bewegung.“

Walter Benjamin in "Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit"

 

Filmsalon in Potsdam

Die Auseinandersetzung mit Menschen und Themen unterstützt uns in der eigenen Suche und der Gewinnung einer Haltung zu persönlichen, politischen und kulturellen Themen. Filme sind wie Walter Benjamin formulierte "das Optisch-Unbewusste". In regelmäßigen Abständen lade ich zu einem Filmabend ein.

Nächster Film am 26. Januar 2019: BLENDER von Susann Reck. Der  autobiographisch inspirierte Dokumentarfilm von Susann Reck erzählt die Geschichte von sechs psychisch kranken Menschen.
BLENDER ist ein Heim für psychisch Kranke auf einem gleichnamigen Berg im Allgäu, das die Eltern von Susann gegründet haben, und in dem sie zeitweise aufgewachsen ist. Der Film erzählt während eines Jahres die Geschichten von sechs Menschen, die dort leben. Mehr unter: www.susannreck.de

 

Über-Ich und Du
Über-Ich und Du

 

Über-Ich und Du, Regie: Benjamin Heisenberg 

Schulden bei den falschen Leuten werden schnell ungemütlich. Nick Gutlicht, Filou mit proletarischen Wurzeln und Gelegenheitslieferant wertvoller Bücher, muss untertauchen. Der Zufall führt ihn ins Haus des hochbetagten Star-Psychologen Curt Ledig, der sich trotz Altersvergesslichkeit, pathologischer Küchenphobie und Augentick mit Händen und Füßen gegen den geplanten Umzug zu seiner Tochter wehrt. Kurzerhand wird Nick als Aufpasser engagiert – die Rettung für Nick, der in Ledigs Nobelbungalow in Feldafing am Ammersee ein brillantes Versteck findet, und die Möglichkeit für Curt, ohne lästige Familie an dem Vortrag für ein bevorstehendes Symposium zu arbeiten, den ihm keiner mehr zutraut. Er will unbedingt zu den Anfängen seiner wissenschaftlichen Karriere im Dritten Reich Stellung nehmen. Die unverhoffte Zweckgemeinschaft der beiden höchst eigensinnigen Individualisten entwickelt sich schnell zur dynamischen Konstellation mit erheblichen Fliehkräften. 

 

"Seduced and blackmailed", Regie: Aldo Gugolz: 

Der Schweizer Helg Sgarbi wurde in München zu sechs Jahren Haft verurteilt, weil er die reichste Frau Deutschlands, Susanne Klatten, verführt und erpresst hatte. Filmemacher Aldo Gugolz und Journalist Romeo Regenass decken in ihrem spannenden Dokumentarkrimi auf, wie der Sex-Erpresser den Coup eingefädelt hatte und was dahintersteckte: Sgarbi gehörte nämlich zum Netzwerk eines charismatischen Italieners und dessen Sekte. Er hatte mit dem mehrfachen Betrug an reichen Frauen viel Geld gemacht, Geld, das teilweise bis heute verschwunden blieb.

 

"Der Tunnel", 2001, Regie: Roland Suso Richter. Mit Heino Ferch, Nicole Krebitz, Alexandra Maria Lara. Basiert auf einer wahren Geschichte. Wir diskutierten mit Burkhart Veigel, ehemaliger Fluchthelfer in den 1960er Jahren über geschichtliche Tatsachen und filmische Umsetzung. 

Eine Gruppe Ostberliner flieht in den Westen. Harry Melchior, gelingt nach seinem Sieg der Schwimmeisterschaften 1961 die Flucht in den Westen. Er beschließt die Flucht für seine Schwester und ihre Familie zu organisieren. Da die oberirdischen Möglichkeiten in den Westen zu gelangen verschlossen sind, hat er die geniale Idee, den Tunnel unter der Mauer hindurch zu graben. Aber die Arbeiten gehen nur langsam voran. Die Tunnelarbeiter kämpfen nicht nur mit massiven Logistikproblemen, sondern auch mit Verrat durch Freunde. Der Film erhielt mehrere Auszeichnungen.

 

 

"Eine Herzensangelegenheit" mit Martin Bennrat. Der Film basisert auf dem Roman "Bis dann" von Roswitha Quadflieg. Mit seiner alten Schreibmaschine unterm Arm hält der ehemalige Journalist Franz Maus Einzug ins komfortable Altenheim "Haus Lebensabend". Der 72jährige leidet an Magenkrebs und hat nur noch wenige Monate zu leben. Obwohl er gut versorgt wird, stört ihn einiges an seinem neuen Zuhause, z.B., das bewußte Vermeiden des Wortes "Tod" in den Gesprächen der Heimbewohner. Daher entwickelt er ein "Gegenprogramm". Er will sich Zeit schaffen zum Abschiednehmen, sich aussöhnen mit dem jungen Mann, der er einstwar, im Traum das Leben dessen führen, der er gern gewesen wäre. So liest sich diese tragikomische Geschichte vom Ende eines Lebens auch als Liebesgeschichte.

 

"Keine Sorge, mir geht's gut - Je vais bien, ne t'en fait pas". Regie: Philipp Lioret. Die 19-jährige Lili (Mélanie Laurent) kommt aus dem Sommerurlaub zurück und wird mit einer schlechten Nachricht konfrontiert: Ihr Zwillingsbruder Loic ist verschwunden. Er hat das Haus nach einem heftigen Streit mit seinem Vater Paul (Kad Merad) verlassen. Das sagen zumindest ihre Eltern. Doch Lili merkt schnell, dass etwas nicht stimmt. Loic antwortet nicht auf ihre Anrufe und hat auch sonst keinen Hinweis über seinen Verbleib hinterlassen. Das sieht ihm so gar nicht ähnlich. Doch ihre Eltern beharren auf ihrer Geschichte und Lili leidet immer mehr unter der für sie unerklärlichen Abwesenheit ihres Bruders.

 

"Pillen für den Störenfried - Psychopharmaka im Kinderzimmer," Filmreportage. Die Psychoanalyse ist als Behandlungsmethode in der medialen Öffentlichkeit bei dem Thema Aufmersamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätssyndrom wenig präsent. Deutlich wurde dies in der am 7. Mai 2012 ausgestrahlten Reportage der ARD. In dem Beitrag wird der Weg dreier Familien beschrieben, deren Kinder eine ADHS-Diagnose erhalten haben. Die Behandlung erfolgt entweder mit dem Medikament Ritalin oder/und mit Verhaltenstherapien. 

 

"Gundalena, ein Leben im 20. Jahrhundert." Regie: Elisabeth Raiser. Der Film ist ein Lebensbild von Gundalena von Weizsäcker, geb. Wille. Durch ihre Heirat mit Carl-Friedrich von Weizsäcker erlebte sie den Zweiten Weltkrieg und den Widerstand gegen Hitler in Deutschland. Der Film steht unter der Frage, welche Haltung Gundalena zu den politischen Entwicklungen und Ereignissen der damaligen Zeit einnahm und welche Wirkung die Politik auf das private Leben einer Frau und Familie im Zentrum der politischen Auseinandersetzungen hatte. 

 

"Herbstsonate". Regie: Ingmar Bergmann. Die gefeierte Pianistin Charlotte bemüht sich nach siebenjähriger Trennung um die Versöhnung mit ihrer Tochter Eva. Nach anfänglicher Freude über das Wiedersehen kommen schnell wieder alte Spannungen auf, die zu einem riesigen Familienkrach führen. Mit Ingrid Bergman und Liv Ullmann in den Hauptrollen.

 

"Vater und Sohn." Regie: Thomas Mitscherlich. Der Film beschreibt das Verhältnis Thomas Mitscherlichs zu seinem Vater Alexander. In kurzen Rückblicken und historischen Einblenden versucht er, ein Bild seiner Vergangenheit zu zeichnen. Wie lebt es sich mit einem berühmten Vater?